Wanderung zu den Großsteingräbern rund um das Ostseebad Rerik – Zeugen einer längst vergangenen Zeit

Großdolmen Gaarzer Hof Ostseebad Rerik

Die Geschichte der Großsteingräber

Großsteingräber gehören zu den ältesten Bauwerken in Deutschland, die von Menschenhand geschaffen wurden.
Sie werden oft auch als Hünengräber bezeichnet und sind auch heute noch mit vielen ungelösten Rätseln verbunden. Wen verwundert es, denn sie wurden aus tonnenschweren und gewaltigen Findlingen errichtet. Findlinge sind Überbleibsel aus der letzten Eiszeit.
Die Bezeichnung Hünengrab entstand, weil man früher der Meinung war, dass ein solch großer Bau das Bett oder Grab eines Riesen sein müsse. Also eines wahren „Hünen“. (Hüne (Riese) = auf mittelhochdeutsch hiune, auf niederdeutsch hûne) Denn eine solch großartige Leistung konnte von normalen menschlichen Handwerkern doch kaum verrichtet werden.
Noch heute wird gerätselt, wie diese riesigen Gräber damals erbaut werden konnten. Es ist schwer vorstellbar, wie die Menschen in der Steinzeit mit diesen tonnenschweren Steinen umgegangen sind. Es wird jedoch vermutet, dass die Steine durch Menschenkraft oder mit Pferden zu ihrem Standort bewegt wurden, auf Holzstämmen als Rollen. Bei der großen Anzahl an Steinen und den weit zurückgelegten Strecken ist es eine fast unvorstellbare Leistung, die diese Menschen damals vollbracht haben.
Es wurde errechnet, dass der Zeitaufwand für den Bau einer dieser großen Grabanlagen bei Einsatz von 100 Arbeitern ungefähr 4 Monate dauerte.
Angelegt wurden die Gräber in der Jungsteinzeit (vor ca. 4.500 Jahren) von Ackerbauern und Viehzüchtern. In Deutschland findet man heute noch viele hundert dieser Großsteingräber, oft in den nördlichen Bundesländern. Wissenschaftler vermuten, dass sie zwar als Bestattungsort dienten, aber auch als magische Kultstätten und Versammlungsplätze genutzt wurden. Bei Ausgrabungen wurden zahlreiche Grabbeigaben gefunden. Z.B. Werkzeuge, Waffen, Tongefäße mit Nahrung und Schmuck aus Bernsteinperlen oder Tierzähnen.

Die Dolmen im Ostseebad Rerik

Die Großsteingräber werden auch als „Dolmen“ bezeichnet, was auf bretonisch „Steintisch“ bedeutet oder als Megalithanlage (= griechisch „mega“ groß; „lithos“ Stein). Sie bestehen meist aus senkrecht stehenden Stand- oder Tragsteinen, waagerecht sind flache Decksteine aufgelegt, die so gemeinsam eine Kammer bilden.
Viele Großsteingräber wurden im Mittelalter für den Bau von Kirchen und später auch als Fundament von Brücken-, Straßen- und Häusern genutzt. So wurden viele Anlagen leider teilweise oder vollständig zerstört.

Rund um das Ostseebad Rerik können Sie noch 8 vorhandene Großstein Gräber besichtigen. Auf unserer im Folgenden beschrieben Wanderung stellen wir Ihnen 6 Gräber näher vor.

Wanderung auf den Spuren der Jungsteinzeit

Wir starten unsere Wanderung an unserer Ferienwohnung Vellamo im bezaubernden Ostseebad Rerik. Die Wanderung lässt sich auf dem Handy über die App „Komoot“ direkt nachvollziehen. Komoot führt Sie auf denselben Wegen zu den Zielen, die wir für diesen Rundweg gewählt haben. Auch alle Bilder von dieser Tour finden Sie auf Komoot.
Link zur Komoot Wanderung
Für den Weg zum ersten Großsteingrab haben wir die Strecke entlang der Landstraße nach Kröpelin gewählt. Da man dort aber ein Stück weit am Straßenrand gehen muss, bietet sich der Weg durch das Wohngebiet entlang dem Kirchweg und weiter rechts über die Straße am Zeltplatz an. Nachdem man an deren Ende die Landstraße überquert hat, führt ein gut ausgetretener Pfad zum ersten Ziel.

Großdolmen Gaarzer Hof

Der Großdolmen Gaarzer Hof wurde erstmal 1967 archäologisch untersucht. Er entstand in der Jungsteinzeit zwischen 3200 und 3000 v.Chr. und bestand aus einer ca. 5m langen1,2 bis 1,9m breiten und 1,6m hohen Kammer mit einem Zugang an der Stirnseite. An jedem der Gräber finden Sie Schautafeln, die die Entstehung der Gräber und ihre jeweiligen Besonderheiten erklären.
Nur wenige Meter neben dem Großdolmen, liegt ein Ganggrab, das Sie über einen Weg quer über das Feld erreichen.

Ganggrab Gaarzer Hof

Dieses Ganggrab entstand zur Zeit der Trichterbecherkultur und wurde zwischen 3100 und 2950 v. Chr. erbaut. Die dort bei Ausgrabungen gefunden Gegenstände bezeugen, dass die Grabstätte über 300 Jahre hinweg als Bestattungsplatz genutzt wurde.
Der Weg zum nächsten Ziel führt zunächst wieder zurück zur Straße am Zeltplatz Dann geht es rechts über den Buchenweg und den Eichenweg durch eine Ferienhaussiedlung in ein kleines Waldstück, in dem Sie das nächste Ziel finden.

Urdolmen Mechelsdorf

Dieses Großsteingrab gehört zu den ältesten der Region. Es entstand zwischen 3500 und 3300 v. Chr. und bestand aus einer Kammer mit je einem Stein an jeder Seite und einem Deckstein. Die Grabkammer war ca. 2 x 1,2m groß.
Der Weg zum nächsten Ziel für entlang dem Bastorfer Weg und der Straße Feriensiedlung und trifft an deren Ende wieder auf die Straße am Zeltplatz. Dort rechts abbiegen und nach wenigen Minuten links in „Zum Dolmen“. An deren Ende befindet sich nicht nur das nächste Ziel, sondern auch die Erlebnisräucherei Scheller, die zu einem Zwischenstopp einlädt.

Ganggrab Neu Gaarz

Dieses Ganggrab entstand in der Jungsteinzeit zwischen 3100 und 2900 v. Chr. und bestand aus einer 9,5m langen und 2m breiten Grabkammer. Funde bei Ausgrabungen bestätigen, dass dieses Grab über mehrere Jahrhunderte hinweg als Grabstätte benutzt worden war. Diese großen Gräber wurden nicht als Einzelgrab, sondern für ganze Sieglungsgemeinschaften genutzt.
Wir gehen die Straße „Zum Dolmen“ wieder zurück und biegen links in die Straße am Zeltplatz ab. An deren Ende biegen wir recht in den Meschendorfer Weg ein und verlassen den Ortbereich von Rerik. Nach rund 1,5 km erreichen wir das nächste Ziel.

Urdolmen mit Gang Neu Gaarz

Dieses Großsteingrab bestand aus einem Großdolmen mit angebautem Gang. Es entstand zwischen 3200 und 3000 v. Chr. und wurde wie andere Dolmen als Einzelgrab genutzt. Die Besonderheit dieses Dolmens stellt sein ungewöhnlich langer und verwinkelter Gang dar, der 2m lang war. Auch die eigentliche Grabkammer ist mit 2,8m Länge, 1,5m Breite und 1,25m Höhe ungewöhnlich groß.
Der Weg zum nächsten Zeil führt uns noch weiter den Meschendorfer Weg entlang. Nach ca. 1,5km finden Sie es auf der rechten Seite in einem Feld.

Großdolmen von Mechelsdorf

Hier befinden sich innerhalb von nur 100m gleich zwei Zeugen einer längst vergessenen Zeit. Ein ca. 30m langes Hünenbett und ein Großdolmen mit Gang. Das Hünenbett ist leider ziemlich zugewachsen, die Größe lässt sich aber noch gut erahnen. Die mächtigen Steine des Großdolmens zeugen davon, welche Leistung unsere Vorfahren bei der Errichtung dieser Grabstätten erbracht haben.
Damit haben wir das sechste und letzte Großsteingrab in Rerik erreicht.

Rückweg ins Ostseebad Rerik

Ein wenig zurück auf dem Meschendorfer Weg Richtung Ostseebad Rerik finden Sie rechts die Zufahrt zum Campingplatz. An diesem gehen Sie links vorbei und gelangen so zum Weg entlang der Steilküste. Der Rückweg bietet für Sie atemberaubende Ausblicke von der Steilküste hinab zum Strand und später Richtung Seebrücke. An den Abgängen zur Teufelsschlucht, Liebesschlucht oder Schustertreppe, können Sie einen Abstecher zum Stand machen oder gar Ihren Weg am Strand entlang fortsetzten. Für Kinderwagen und Wanderungen mit Hund ist der Weg direkt am Strand entlang jedoch nicht geeignet.
Zurück im Ostseebad Rerik können Sie sich in der Strandstraße ein leckeres Eis beim Italiener holen oder sich bei Weinhold’s bei guter Hausmannskost und frischem Fisch starken.
Oder Sie wählen aus unseren anderen Tipps für Restaurants im Ostseebad Rerik.